Minnesänger

Mein Instrument trag ich immer bei mir. Wenn ich vorgelassen werde, grüsse ich:
"Edle Frouwen! Hohe Herren! Schöne Fräulein!"
- Der Ritter und Hausherr, die Damen und alle Anwesenden freuen sich; denn ich unterhalte sie nicht nur mit den Geschichten von edlen Rittern und berühmten Helden. Ich bringe auch Neuigkeiten von den Familien auf andern Burgen.

Am liebsten aber singe ich meine Liebeslieder. Ich widme sie der liebenswürdigsten Dame des Hauses. - Wäre ich gar ein Sänger von Stand, stellte ich mich in den Dienst einer hohen Dame oder eines holden Fräuleins: Ich übte mich im "Minnedienst"; schenkte mir die edle Frau ihr huldvolles Lächeln; wäre mir das Lohns genug. Schenkte sie mir gar ein Tuch, würde ich es ergebenst an mein Wams stecken.

Nach Singen und Spiel nehme ich als gern gesehner Gast am geselligen Mahl teil und gehe bereitwillig auf alle Fragen der Gastgeber ein. Gern bin ich auch bereit, den Freunden oder Verwandten auf der nächsten Burg eine Botschaft zu überbringen. Dort werde ich die genossene Gastfreundschaft des ruhmreichen Ritters loben.

Willst Du mehr über das Leben eines Minnesängers wissen, dann schaue in die Zeitschrift MITTELALTER 2008, Heft1!

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